Update : 20.07.08
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Reversi (Dokumentation) auf www.flei.net

Taktik 1 - Taktik 2 - Taktik 3

Der Spielverlauf und Anfängerfehler

Das Eigenartige an Reversi ist, dass die Entscheidung über Sieg oder Niederlage erst am Ende des Spiels fällt. Die Partie kann davor ausgeglichen sein oder einer der Spieler eine so große Menge Steine haben, dass er als klarer Sieger scheint. Das kann sich aber mit den letzten Zügen drastisch ändern, denn je mehr Steine auf dem Brett sind, desto mehr Steine können geschlagen werden. Ein extremes Beispiel ist das folgende:

Weiß scheint hier schon der Sieger zu sein, aber es sind noch vier Züge zu machen. Schwarz schlägt also z.B. zuerst auf H1, dann, da Weiß nicht ziehen kann, auf A1, A8 und H8. Zählt man nach, kommt man auf 38 schwarze und 64-38=26 weiße Steine. Weiß hat also verloren, obwohl es bis vier Züge vor Spielende überhaupt nicht so aussah.

Stabile Steine

Die obige Stellung führt uns noch zu einer anderen wichtigen Eigenschaft von Reversi. Der große Erfolg von Schwarz liegt an die Instabilität der weißen Steine am Rand des Brettes. Ein stabiler Stein ist ein Stein, der im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr geschlagen werden kann. Obwohl die Steine am Rand schon nicht ganz einfach zu schlagen sind, stabil sind sie nicht. Es ist keine Frage, dass man immer versuchen sollte, möglichst viele stabile Steine zu haben, 'um die man sich nicht mehr zu sorgen braucht'.

C- und X-Felder, Ecken

Eine weitere Folgerung aus all dem ist, dass die vier Eckfelder besonders wichtig sind. Hat man erst ein solches Feld erobert, kann man meistens schnell eine Menge Steine stabilisieren. Daher ist es in vielen Fällen wichtig, die Ecken zu erobern. Viel von der Taktik in Reversi zielt darauf ab, gerade sie zu besetzen. Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass die Eckfelder sozusagen das A und O des Reversispiels sind.

Um aber Ecken zu besetzen, muss man zuerst die Möglichkeit haben diese zu besetzen, d.h. der Gegner muss eines von den Feldern A2, B1, B2, G1, G2, H2, A7, B7, B8, G7, G8 oder H7 besetzten, damit man überhaupt eine Chance erhält, eine der Ecken zu besetzen:

Diese Felder nennt man C- oder X-Felder entsprechend dem Bild oben. Dabei lehrt die Erfahrung, dass es noch weit gefährlicher ist, X-Felder als C-Felder zu besetzen . Für den Anfänger ziehen wir also den Schluss, dass man möglichst von diesen Feldern weg bleiben oder SEHR GUT überlegen sollte, bevor man ein solches Feld besetzt, da nur so der Gegner eine Möglichkeit erhält, die Ecken zu besetzen. Auch wenn es vielleicht auf Anhieb harmlos erscheint, ein C-Feld zu besetzen, wird sich später bei den Fallen herausstellen, dass dies fatale Folgen haben kann.

Diese Regeln sind aber keineswegs zwingende Lehrsätze. In gewissen Fällen kann es von Vorteil sein, eine Ecke zu 'opfern' oder ein C- oder X-Feld zu besetzen. Jedenfalls stellen diese Felder immer ein Gefahrenpotential dar.