Reversi
(Dokumentation) auf www.flei.net
Taktik 1 - Taktik
2 - Taktik 3
Der Spielverlauf und Anfängerfehler
Das Eigenartige an Reversi ist, dass
die Entscheidung über Sieg oder Niederlage erst am Ende des Spiels fällt.
Die Partie kann davor ausgeglichen sein oder einer der Spieler eine so große
Menge Steine haben, dass er als klarer Sieger scheint. Das kann sich aber
mit den letzten Zügen drastisch ändern, denn je mehr Steine auf dem Brett
sind, desto mehr Steine können geschlagen werden. Ein extremes Beispiel ist
das folgende:

Weiß scheint hier schon der Sieger
zu sein, aber es sind noch vier Züge zu machen. Schwarz schlägt also z.B.
zuerst auf H1, dann, da Weiß nicht ziehen kann, auf A1, A8 und H8. Zählt
man nach, kommt man auf 38 schwarze und 64-38=26 weiße Steine. Weiß hat
also verloren, obwohl es bis vier Züge vor Spielende überhaupt nicht so
aussah.
Stabile Steine
Die obige Stellung führt uns noch zu
einer anderen wichtigen Eigenschaft von Reversi. Der große Erfolg von
Schwarz liegt an die Instabilität der weißen Steine am Rand des Brettes.
Ein stabiler Stein ist ein Stein, der im weiteren Verlauf des Spiels nicht
mehr geschlagen werden kann. Obwohl die Steine am Rand schon nicht ganz
einfach zu schlagen sind, stabil sind sie nicht. Es ist keine Frage, dass
man immer versuchen sollte, möglichst viele stabile Steine zu haben, 'um
die man sich nicht mehr zu sorgen braucht'.
C- und X-Felder, Ecken
Eine weitere Folgerung aus all dem
ist, dass die vier Eckfelder besonders wichtig sind. Hat man erst ein
solches Feld erobert, kann man meistens schnell eine Menge Steine
stabilisieren. Daher ist es in vielen Fällen wichtig, die Ecken zu erobern.
Viel von der Taktik in Reversi zielt darauf ab, gerade sie zu besetzen. Es
kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass die Eckfelder sozusagen das A
und O des Reversispiels sind.
Um aber Ecken zu besetzen, muss man
zuerst die Möglichkeit haben diese zu besetzen, d.h. der Gegner muss eines
von den Feldern A2, B1, B2, G1, G2, H2, A7, B7, B8, G7, G8 oder H7 besetzten,
damit man überhaupt eine Chance erhält, eine der Ecken zu besetzen:
Diese Felder nennt man C- oder
X-Felder entsprechend dem Bild oben. Dabei lehrt die Erfahrung, dass es noch
weit gefährlicher ist, X-Felder als C-Felder zu besetzen . Für den Anfänger
ziehen wir also den Schluss, dass man möglichst von diesen Feldern weg
bleiben oder SEHR GUT überlegen sollte, bevor man ein solches Feld besetzt,
da nur so der Gegner eine Möglichkeit erhält, die Ecken zu besetzen. Auch
wenn es vielleicht auf Anhieb harmlos erscheint, ein C-Feld zu besetzen,
wird sich später bei den Fallen herausstellen, dass dies fatale Folgen
haben kann.
Diese Regeln sind aber keineswegs
zwingende Lehrsätze. In gewissen Fällen kann es von Vorteil sein, eine Ecke zu 'opfern'
oder ein C- oder X-Feld zu besetzen. Jedenfalls stellen diese Felder immer
ein Gefahrenpotential dar.
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