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Taktik 1 - Taktik
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Eine einfache Falle
Kommen wir zum letzten Teil unseres
Taktikkurses. Hier sollen nun endlich konkrete Werkzeuge entwickelt werden,
mit denen man den Gegner 'hereinlegen' kann. Eine einfache Falle, die auf
den Keil beruht, ist folgende:

Schwarz am Zug spielt einfach D1. Schlägt
der Weiße auf E1, gewinnt Schwarz die Ecke A1. Schlägt er nicht, dann
auch. Weiß hat keine Chance mehr zu vermeiden, dass Schwarz die Ecke
bekommt. Diese Situation kommt recht häufig vor, kann allerdings meistens
von Weiß verhindert werden. Spätestens wenn der schwarze Stein auf F1
gesetzt wurde, hätte Weiß gegen jede Regel mit E1 kontern müssen. Spielt
Schwarz D1, verliert er dann alle Steine in dieser Reihe. Ansonsten hat Weiß
einen Status quo erreicht. Trotzdem zeigt sich wieder einmal die Wichtigkeit
der C-Felder für diese Falle.
Nach dem selben Prinzip arbeitet folgende Falle.
Weiß am Zug. Setzt Weiß auf D8, braucht Schwarz bloß auf F8 zu setzen,
und erhält die Ecke H8. Auch wenn Weiß irgendwo anders setzen würde (z.B.
E3) braucht Schwarz nur auf F8 zu setzen. Egal ob Weiß dann mit D8 kontern
würde oder nicht, Schwarz erhält die Ecke.
Diese Situation zeigt auch wieder mal, dass C-Felder möglichst gemieden
werden sollten.

Unbalancierte Ecken
Hat ein Spieler einer Farbe eine Reihe
ganz bis auf die Ecken und ein C-Feld besetzt, wie in dem Beispiel

'Weiß' die 1-Reihe, so lässt sich
eine schöne Falle anwenden, die allerdings den Verlust eines Eckfeldes zur
Folge hat, jedoch auch ein Eckfeld gewinnt. In unserem Beispiel würde
Schwarz G2 spielen. Der Weiße wird mit H1 kontern. Jetzt allerdings kann er
einen Keil auf G1 spielen und im nächsten Zug fast die gesamte erste Reihe
für sich gewinnen, indem er A1 spielt.
Tipp :
Bei dieser Falle ist schon viel Vorsicht geboten, da sie eine passive Natur
hat. In unserem Fall bleibt Weiß kein anderer sinnvoller Zug außer H1. Üblicherweise
muss der Gegner jedoch nicht auf diese Falle eingehen, sprich: er wird nicht sofort die Ecke nehmen (in unserem Falle H1), sondern erst andere Züge
machen. Dies kann dazu führen, dass die Falle 'nach hinten' losgeht. In
jedem Fall kann man dadurch Tempo gewinnen. Was das ist, erklärt der nächste
Abschnitt.
Hier noch eine einfache Variante, bei der man zwar eine Reihe opfert, aber
auch zwei gewinnt. Wichtig ist, dass diese Falle unter Umständen den
Eckentausch erzwingt:

In dieser Situation spielt Schwarz einfach A7. Schlägt Weiß auf A8, so
spielt Schwarz B8 und gewinnt damit wohl die Ecke H8 sowie H1. Schlägt Weiß
nicht, so gewinnt Schwarz die Ecke auf A1. Man opfert also voraussichtlich
die A-Spalte, um die 8-Reihe und die H-Reihe zu gewinnen.
Tempo (Zwischenzüge)
Dies ist die Kunst, Spielzüge durchzuführen, die die Stellung nicht
wesentlich ändern, den Gegner aber in eine unangenehme Situation bringen.

Schwarz ist hier in einer schlechten Situation, da er im oberen Teil des
Brettes eine Mauer gebaut hat und nicht dorthin spielen kann, ohne ein C-
oder X-Feld zu besetzen. Er müsste also Züge finden, damit Weiß nach oben
spielt. Schwarz könnte C8 spielen, Weiß D7 und Schwarz F8. Danach muss Weiß
wieder nach oben spielen, Schwarz aber auch. Dies ist nicht die
geschickteste Variante. Spielt Schwarz zunächst D7, Weiß C8, Schwarz B8, so
muss danach Weiß nach oben spielen, aber Schwarz hat einen Zug gewonnen, nämlich
F8 und Weiß muss ein zweites mal nach oben spielen.
Man sagt, Schwarz hat einen Zug gewonnen. Man sollte also vorher überlegen,
wie man eine Zugkombination ausführt.
Eine mögliche Strategie im Spiel kann es sein, sofort die Ränder zu
besetzen und an ihnen entlang zu 'kriechen'. So gewinnt man Tempo um Tempo,
so dass schließlich dem Gegner nichts anderes übrigbleibt, als einen
unangenehmen Zug zu machen.
Parität
Dies ist schon wirklich ein sehr feiner taktischer Zug. Doch ein paar Überlegungen
vorweg: Das Brett hat 64 Felder, von denen vier am Anfang besetzt sind.
Schwarz beginnt, dann Weiß usw. Wenn keiner von beiden passen muss, setzt
also Weiß den letzten Stein. Dies ist ein Vorteil, da er als letzter Steine
schlagen kann. Kam es zu genau einem Passen während des Spiels, setzt natürlich
Schwarz den letzten Stein, er hat dann den Vorteil auf seiner Seite. Weiß
muss also immer versuchen, die Anzahl des Passens auf eine gerade Anzahl zu
bringen.
stabile Diagonalen
Wir wollen eine Situation schildern, in der es nicht schlimm ist, wenn man
ein X-Feld besetzt. Betrachte folgende Situation:

Schwarz am Zug hat hier viele Möglichkeiten zu schlagen, da er unseren Rat
befolgt hat und seine Steinanzahl minimiert hat. Er spielt jedoch den auf den
ersten Blick riskanten Zug G2. Weiß hat keine andere Möglichkeit, als G1
oder H2 zu spielen und die Ecke H1 zu verlieren. Gerade im fortgeschrittenen
Spiel kann es von Vorteil seine, eine Diagonale 'ganz' zu besetzen, da es
bei einem gut gefüllten Brett für den Gegner unter Umständen keine Möglichkeit
gibt, einen Stein der Diagonale zu schlagen, der nicht auf einem X-Feld liegt.
Tipp:
Trotzdem sollte man immer sehr gut aufpassen, bevor man eine Diagonale
'ganz' besetzt. Oft ist dieser strategische Zug nämlich auch von passiver
Natur. Der Gegner muss nicht schlagen, wenn er nicht will und findet
vielleicht doch eine geschickte Zugkombination, mit der er einen Stein auf
der Diagonalen schlagen kann, der nicht auf einem X-Feld liegt.
Stonerfallen
Hier nun eine Falle, die den Eckentausch erzwingt, jedoch sehr gut ausgeführt
werden muss, damit sie funktioniert. Dazu folgende Situation:

Schwarz am Zug will Ecke A8 gewinnen. Dazu spielt er B7. Weiß kann nicht
'schnell' genug die Ecke A8 besetzen, da er keinen Stein auf der Diagonalen
A8-H1 hat. Er schlägt also E3. Jetzt spielt Schwarz D8. Schlägt Weiß
jetzt auf B8, so wird auch der Stein B7 weiß, worauf Schwarz natürlich A8
spielt und Weiß den Gewinn von H8 nicht mehr verhindern kann. Spielt er
aber A8, so besetzt Schwarz einfach B8 und gewinnt fast die gesamte Reihe,
die jetzt stabil ist !
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